Was bedeutet Trockenstellen?
Unter Trockenstellen versteht man den gezielten Laktationsstopp vor der nächsten Abkalbung. In dieser Phase regeneriert sich das Euter und bereitet sich auf die kommende Milchleistung vor.
Eine ausreichend lange Trockenstehperiode ist entscheidend:
- Euterentzündungen können ausheilen
- Eutergewebe regeneriert sich
- Leistungseinbußen werden vermieden
Eine Dauer von mindestens 30 Tagen gilt als Minimum. Gerade Färsen profitieren häufig von längeren Trockenstehzeiten von über 50 Tagen.
Eine verkürzte Trockenphase kann die Eutergesundheit beeinträchtigen und zu Leistungseinbußen in der nächsten Laktation führen
Die Trockenstehphase entscheidet über – und damit über den Erfolg der nächsten Laktation
Das größte Risiko liegt am Anfang der Trockenstehphase
Zu Beginn des Trockenstellens ist der Zitzenkanal besonders anfällig für Infektionen. Umweltkeime können leichter eindringen und unbemerkt Infektionen verursachen.
Das Problem:
Viele dieser Infektionen zeigen sich erst in der nächsten Laktation.
Bis zu 60 % der klinischen Mastitiden in der Frühlaktation haben ihren Ursprung in der Trockenstehphase
Warum Zitzenversiegler entscheidend sind
Zitzenversiegler schützen den Zitzenkanal gezielt vor dem Eindringen von Keimen – besonders in der sensiblen Anfangsphase.
Der natürliche Keratinpfropf reicht oft nicht aus.
Deshalb ist eine zusätzliche Versiegelung entscheidend – auch beim Einsatz von Antibiotika.
Unter Trockenstellen versteht man den gezielten Laktationsstopp vor der nächsten Abkalbung. In dieser Zeit kann sich das Euter regenerieren und auf die folgende Laktation vorbereiten.
Für die Trockenstehphase wird in der Praxis in der Regel eine Dauer von mindestens 30 Tagen angesetzt. Zu kurze Trockenstehzeiten können das Risiko für Probleme der Eutergesundheit erhöhen und mit Leistungseinbußen in der folgenden Laktation einhergehen. Gerade Färsen profitieren häufig von längeren Trockenstehzeiten.
Die Trockenstehphase ist keine „Pause ohne Bedeutung“, sondern eine zentrale Regenerationsphase. In dieser Zeit können bestehende Belastungen des Euters ausheilen, Eutergewebe kann sich regenerieren und die Kuh wird auf die nächste Laktation vorbereitet.
Gleichzeitig ist diese Phase aber auch sensibel: Neuinfektionen, die in der Trockenstehzeit entstehen, bleiben oft zunächst unbemerkt und zeigen sich erst nach dem Abkalben als Eutererkrankung oder klinische Mastitis.
Das Risiko für Neuinfektionen ist besonders zu Beginn des Trockenstellens erhöht. In dieser Phase ist der Zitzenkanal durch den Milchüberschuss noch geweitet und damit anfälliger für das Eindringen von Keimen.
Auch die Zeit unmittelbar vor und nach dem Abkalben gilt als kritisch. Infektionen, die in dieser Phase entstehen, werden häufig erst zu Beginn der nachfolgenden Laktation sichtbar.
Zitzenversiegler werden eingesetzt, um den Zitzenkanal während der Trockenstehphase vor dem Eindringen von Erregern zu schützen. Sie bilden einen künstlichen Schutz, wenn der natürliche Verschlussmechanismus der Zitze nicht ausreicht.
Das ist besonders wichtig, weil der körpereigene Keratinpfropf nicht immer ausreichend oder rechtzeitig gebildet wird. Ohne diesen Schutz können Keime leichter in den Zitzenkanal und damit ins Euter eindringen.
Ob zusätzlich antibiotisch behandelt werden muss, hängt vom Infektionsstatus der einzelnen Kuh ab. Genau deshalb ist ein selektives Vorgehen so wichtig.
Beim selektiven Trockenstellen werden nur die Tiere antibiotisch behandelt, bei denen zum Zeitpunkt des Trockenstellens tatsächlich ein Hinweis auf eine Infektion besteht. Unabhängig davon kann eine zusätzliche Versiegelung sinnvoll sein, um Neuinfektionen während der Trockenstehphase vorzubeugen.
Grundlage ist immer eine betriebsindividuelle Beurteilung der Eutergesundheit. Dafür sollten die MLP-Daten, die Zellzahlen, die Krankengeschichte der Kuh und auffällige Befunde aus dem laufenden Herdenmanagement herangezogen werden.
Fachlich wird häufig empfohlen, die Zellzahl aus dem letzten Probemelken vor dem Trockenstellen als wichtigen Entscheidungswert zu nutzen. Erhöhte Zellzahlen können ein Hinweis auf eine bestehende subklinische Mastitis sein und sollten weiter abgeklärt werden.
Ein gutes Trockenstellmanagement beginnt nicht erst beim letzten Melken, sondern mit einer sauberen Einschätzung der Eutergesundheit. Dazu gehören aktuelle MLP-Daten, die Beobachtung auffälliger Tiere und – wenn nötig – weiterführende Untersuchungen.
Gerade erhöhte Zellzahlen sollten nicht ignoriert werden. Sie können ein Hinweis darauf sein, dass eine Kuh bereits belastet oder infiziert ist und deshalb nicht nach einem Standardverfahren, sondern individuell beurteilt werden sollte.
Ja – wenn die Entscheidung nicht pauschal, sondern auf Basis von Daten und Eutergesundheitsmanagement erfolgt. Selektives Trockenstellen setzt voraus, dass der Bestand gut überwacht wird und jede Kuh individuell bewertet werden kann.
Dazu gehören unter anderem Zellzahldaten, klinische Befunde, die Krankengeschichte sowie bei Auffälligkeiten weiterführende Untersuchungen. Ergänzende Schutzmaßnahmen wie Zitzenversiegler helfen dabei, das Risiko von Neuinfektionen während der Trockenstehphase zu reduzieren.
Beim Trockenstellen entscheidet nicht nur das Produkt, sondern auch die saubere Durchführung. Eine hygienische Arbeitsweise hilft, das Risiko zu senken, dass Keime während der Anwendung in den Zitzenkanal eingebracht werden.
Dazu gehören eine saubere Vorbereitung des Euters, hygienisches Arbeiten mit Handschuhen sowie eine korrekte Applikation der eingesetzten Produkte. Auch die Dokumentation des Trockenstellens ist sinnvoll, um Maßnahmen und Auffälligkeiten im Bestand nachvollziehen zu können.
Ein gutes Trockenstellmanagement schafft die Grundlage für einen gesunden Start in die nächste Laktation. Ziel ist es, bestehende Belastungen ausheilen zu lassen, Neuinfektionen zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit der Kuh zu stabilisieren.
Wird die Trockenstehphase sauber gemanagt, profitieren davon Eutergesundheit, Milchleistung und der Start nach dem Abkalben. Genau deshalb ist das Trockenstellen kein Nebenschritt, sondern ein zentraler Baustein im Herdenmanagement.
Trockenstellen bei Kühen: Grundlage für gesunde Laktation
Das Trockenstellen ist ein zentraler Bestandteil des Herdenmanagements und entscheidend für die Eutergesundheit. Besonders in der Übergangsphase zwischen Laktationen steigt das Risiko für Infektionen deutlich an.
Durch den gezielten Einsatz von Zitzenversieglern und ein strukturiertes Management lassen sich Mastitisrisiken reduzieren und die Leistungsfähigkeit der Tiere langfristig sichern.
Ein modernes Trockenstellkonzept kombiniert Monitoring, individuelle Entscheidungen und präventive Maßnahmen – für gesunde Tiere und stabile Milchleistung.